Nematoden

Nematoden in Körnerleguminosen

Bedeutung

Nematoden in Körnerleguminosen sind in Deutschland bislang ein eher unterbeleuchtetes Thema. Erfahrungen aus England sowie aus anderen gemäßigten und mediterranen Regionen zeigen jedoch, dass ein Befall in Erbse und Ackerbohne erhebliche Ertragsverluste bis hin zum Totalausfall verursachen kann. Besonders relevant sind dabei das Erbsenzystenälchen (Heterodera gottingiana) sowie das Stängelälchen (Ditylenchus spp.).

Symptomatik

Das Erbsenzystenälchen ist leguminosenspezifisch und kann sowohl über Saatgut als auch über den Boden verbreitet werden. Ein häufiger Anbau von Erbsen oder Ackerbohnen begünstigt den Aufbau hoher Populationen. Befallene Pflanzen bleiben im Wuchs zurück, wirken blass und bilden keine stickstofffixierenden Knöllchen aus. Stattdessen finden sich an den Wurzeln weiße, zitronenförmige Zysten. Bei einem Befall sollten auf dem betreffenden Schlag keine Erbsen mehr angebaut werden.

In der Ackerbohne spielt das Stängelälchen eine zentrale Rolle. Insbesondere Ditylenchus gigas, gemeinsam mit Ditylenchus dipsaci, zählt zu den wirtschaftlich bedeutendsten pflanzenparasitären Nematoden der Ackerbohne. In stark befallenen Beständen können Ertragsverluste von bis zu 60 % auftreten. Das Stängelälchen kann bis zu zehn Jahre im Boden überdauern und befällt – anders als viele andere Nematoden – auch oberirdische Pflanzenteile. Typische Symptome sind verdickte und verdrehte Stängel, spröde Blätter mit bräunlicher Verfärbung sowie schlecht gefüllte Hülsen mit schrumpfenden Samen. Befallenes Saatgut ist häufig dunkler gefärbt, deformiert, kleiner als gesundes Saatgut und kann Flecken auf der Samenschale aufweisen.

Schadwirkung

Befallene Pflanzen treten entweder einzeln oder in größeren Nestern innerhalb des Schlages auf. Einzelne, über das Feld verteilte Pflanzen mit typischen Symptomen deuten häufig auf einen Saatgutbefall hin, während ein nesterweiser, flächiger Schaden eher auf eine bereits vorhandene Bodeninfestation schließen lässt. Die Vermehrung der Nematoden wird insbesondere in feuchten Frühjahren stark begünstigt, sodass es in solchen Jahren zu erheblichen Ertragsverlusten kommen kann.

Neben den genannten Arten kommen in Leguminosen unter anderem Pratylenchus spp. sowie Meloidogyne hapla vor, die ebenfalls zu Wurzelschäden und Ertragsminderungen beitragen können.

Präventive Maßnahmen

Da direkte Bekämpfungsmaßnahmen nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, ist die Prävention der wichtigste Baustein im Umgang mit Nematoden in Körnerleguminosen:

  • Einhaltung ausreichender Anbauabstände, auch zwischen verschiedenen Leguminosen, um den Aufbau von Nematodenpopulationen im Boden zu vermeiden
  • Konsequente Unkrautkontrolle zur Reduktion von Wirtspflanzen
  • Verwendung von gesundem, geprüftem Saatgut; Nachbausaatgut bei Verdacht analysieren
  • Kontrolle von Flächen zur Saatgutvermehrung auf Befallsnester

Zusätzlich kann der Anbau von Brassica-Arten als Zwischenfrucht einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Nematoden leisten. In Feldversuchen mit verschiedenen Brassica-Arten wurde im Vergleich zur unbepflanzten Kontrollen eine Verringerung der Nematodenpopulation festgestellt.

Eine angepasste Fruchtfolge, gesundes Saatgut, der gezielte Einsatz geeigneter Zwischenfrüchte sowie eine regelmäßige Bestandskontrolle tragen entscheidend dazu bei, das Risiko durch Nematoden in Körnerleguminosen gering zu halten.

Text: Magdalena Rangs