Standortanforderungen

Ansprüche von Erbsen an Klima und Boden

Körnererbsen bevorzugen leichte bis mittelschwere Böden, die gut erwärmbar, locker und durchlässig sind. Die höchsten Erträge werden auf humosen, tiefgründigen Lehmböden erreicht. Der pH-Wert des Bodens sollte neutral bis schwach sauer sein. Sie benötigen eine gute Wasserversorgung, insbesondere zur Keimung und während der Blüte ist eine gleichmäßige Bodenfeuchte daher wichtig. Standorte, die zu Staunässe neigen oder Bodenverdichtungen aufweisen, sollten hingegen vermieden werden. Mäßig feuchtes, nicht zu warmes Klima wird von Körnererbsen bevorzugt. Ihre Winterhärte ist sortenabhängig: während Sommererbsen Spätfröste bis -4°C vertragen, können weißblühende Wintersorten Fröste bis -10°C und buntblühende sogar bis ca. -20°C überstehen. Anbautelegramm Wintererbse

Fruchtfolge

Körnererbsen sind mit sich selbst unverträglich, als Anbaupausen werden 5-10 Jahre empfohlen: Buntblühende Sorten können in etwas kürzeren Abständen angebaut werden (5-7 Jahre) als weißblühende (6-10 Jahre). Abstände zu anderen Körnerleguminosen und Feinleguminosen, wie Kleegras sind ebenfalls einzuhalten. Während zu Weißklee 2-4 Jahren als Anbaupause ausreichend sind, werden zu Rotklee 3-5 Jahre empfohlen. Auch Wicken und Platterbsen sind potenzielle Wirte für Erbsenkrankheiten. Daher sollten auch zu diesen Kulturen entsprechende Anbauabstände eingehalten werden.  

Das gleiche gilt für Zwischenfrüchte, die Leguminosen enthalten: Sie sollten mit größtmöglichen Abstand zum Erbsenanbau in der Fruchtfolge stehen. Bei zu dichtem Anbau von Leguminosen in der Folge können Krankheiten wie z.B. Fusariosen, Rhizoctonia oder Kleekrebs gehäuft übertragen werden. In leguminosenreichen Fruchtfolgen sollten möglichst Nichtleguminosen als Zwischenfrüchte angebaut werden. Da Schädlinge wie Erbsenwickler von anderen Erbsenschlägen wandern können, sollten möglichst auch Abstände zu anderen Schlägen mit Erbsen eingehalten werden; außerdem zu Flächen, auf denen im Vorjahr Erbsen angebaut wurden. Hier gibt es Empfehlungen bis zu 10km für ausreifende Körnererbsen.

Mit dem Anbau von Erbsen können Getreidefruchtfolgen aufgelockert werden. Vorfrüchte, die einen geringen Nmin-Gehalt im Boden hinterlassen, sind ideal für den Anbau von Erbsen. Dadurch fixieren die Erbsen mehr Stickstoff und Unkräuter haben schlechtere Startbedingungen. Daher stehen Erbsen üblicherweise nach der zweiten und dritten zehrenden Frucht (meist Getreide).

Aufgrund der Stickstoffbindung, der guten Bodengare und ihrer kurzen Vegetationszeit haben Körnererbsen einen guten Vorfruchtwert. Eine starke Verunkrautung kann diese positiven Aspekte allerdings überlagern, sie wirkt sich negativ auf die Folgefrucht aus.

Der in den Ernteresten und den Knöllchenbakterien fixierte Stickstoff unterliegt nach der Ernte kontinuierlich der Mineralisierung, so dass die Gefahr des Austrages von Nitrat durch das Sickerwasser in den Wintermonaten besteht. Körnererbsen liefern bis zu 30kg N/ha für die Folgefrucht nach. Als Folgefrüchte für Erbsen bieten sich stickstoffzehrende Hauptfrüchte (Winterraps oder Wintergetreide) an. Beim Anbau von Sommerungen nach Erbsen ist ein Winterzwischenfruchtanbau zur Stickstoffkonservierung für die Folgefrucht und zur Vermeidung von Stickstoffauswaschungen empfehlenswert.

Text: Kerstin Spory

Durchsicht: Ulrich Quendt

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Literaturtipps

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LFL) Anbautelegramm Erbsen (ökologisch)

Bischoff, J. et. al., 2014: Körnererbsen, Anbauempfehlung: Hrsg.: Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLFG)

Guddat, C.; et al., 2006: Leitlinie zur effizienten umweltverträglichen Erzeugung von Körnererbsen, Hrsg.: Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL)

Völkel & Vogt-Kaute, 2013: Körnerleguminosen in der Fruchtfolge, in Körnerleguminosen anbauen und verwerten, Hrsg. KTBL

Wulffen, U., 2014 Körnererbsen, Anbautelegramm Hrsg.: Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLFG)