Falscher Mehltau
Bedeutung
Der falsche Mehltau (Peronospora viciae) ist ackerbohnenspezifisch und eine der häufigsten Blattkrankheiten der Ackerbohne. Er tritt während der gesamten Vegetationsperiode auf. Infizierte Pflanzen bilden Sporen, die sich über die Luft verbreiten und benachbarte Pflanzen infizieren. Auf diese Weise kann sich die Krankheit innerhalb eines Bestandes schnell flächig ausbreiten. Besonders begünstigt wird dieser Prozess durch kühl-feuchte Witterungsbedingungen, die sowohl die Sporenbildung als auch die Infektion fördern. Daher tritt der falsche Mehltau besonders häufig in kühl-feuchten Anbauregionen (z. B. Küstenlagen) auf, während er in trockeneren Regionen tendenziell seltener ist. Dichte Bestände mit eingeschränkter Luftzirkulation verstärken diesen Effekt zusätzlich. In vielen Beständen bleibt der Befall allerdings häufig auf einem wirtschaftlich wenig relevanten Niveau
Symptomatik
Auf der Blattunterseite bildet sich ein grauvioletter bis grauer Pilzrasen, während auf der gegenüberliegenden Blattoberseite zunächst hellgrüne bis gelbliche Flecken sichtbar werden. Im weiteren Verlauf der Infektion entwickeln sich daraus eingesunkene, unregelmäßige, gelbliche bis braune Blattflecken. Bei stärkerem Befall kann es zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Photosyntheseleistung und in der Folge auch des Ertrags kommen.
Bekämpfung im biologischen Anbau
Der Pilz ist bodenbürtig und kann in engen Fruchtfolgen auch über Ausfallbohnen verbreitet werden. Daher sollten Anbauabstände eingehalten werden.
Sommerackerbohnen sind in der Regel stärker betroffen als Winterungen. Dies hängt unter anderem mit der zeitlichen Überlappung empfindlicher Entwicklungsstadien und günstiger Infektionsbedingungen zusammen. Eine frühe Aussaat der Sommerbohnen oder der Anbau von Winterbohnen sorgt dafür, dass die Pflanzen in der sensiblen Phase für falschen Mehltau ausreichend entwickelt sind und weniger ertragswirksamer Schaden entsteht.
Für eine bessere Belüftung im Bestand sollte – wie bei allen Blattkrankheiten - eine angepasste Saatstärke von 40-45 Kö/m² gewählt werden.
Bekämpfung im konventionellen Anbau
Informationen zu aktuellen Zulassungen und Anwendungsbestimmungen sind in der Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit verfügbar: https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp
Text und Bild: Magdalena Rangs
Weblinks
LeguNet - Pflanzenschutzhinweise Hülsenfrüchte
Literaturtipps
Hoffmann G. M., Schmutterer H.,1999: Parasitäre Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Verlag Eugen Ulmer GmbH & CO., Stuttgart
